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Am Anfang der Behandlung steht die Erstanamnese, ein Gespräch, bei dem sämtliche Beschwerden des Patienten, wann und wodurch sie sich ändern, Gewohnheiten, Eigenheiten und Lebensumstände aufgenommen werden. Der Homöopath muss diesen Menschen, dessen ähnlichstes Mittel er finden will, genauestens kennen lernen. Alle Informationen sind hierbei für den Behandler wichtig: - Wie lassen sich die Schmerzen beschreiben, wann und wo werden sie empfunden? (Krankheitsnamen sind dabei nebensächlich)
- Wodurch verschlimmern oder verbessern sich die Symptome? (Wärme, Kälte, Druck, Essen,Trinken, abends, morgens...)
- Wann und wie sind die Beschwerden erstmalig aufgetreten?
- Wohin erstrecken sie sich? usw. usf.
Der Homöopath muss z.B. erfahren, ob Sie je auf eine Impfung reagiert haben oder ob Sie je Warzen hatten, wie Ihre Kindheit war, auch alle Details bezüglich Ihrer psychischen Verfassung, welche Ängste Sie haben, ob Sie reizbar sind oder was Sie gerne essen oder nicht mögen, ob Sie schwitzen und unter welchen Umständen und wo am Körper, in welcher Lage Sie meistens schlafen und was Sie vielleicht häufig träumen. Auf diese Weise erhält der Homöopath ein umfassendes Gesamtbild und das Gesamtbild des Patienten ist die Grundlage für die Auswahl des passenden homöopathischen Mittels. Hier sei nebenbei darauf hingewiesen, dass zu dieser Mittelfindung einzig und allein die Wahrnehmung und Beobachtungsgabe des Behandlers, ein Repertorium und eine Materia Medica (beides als Software oder Buch) sowie sein Wissen, seine Erfahrung und sein Intellekt nötig sind, es wird dafür nicht gependelt, ausgetestet oder Irisdiagnose betrieben. Er entscheidet sich also für ein passendes Mittel und dieses wird einmalig als Globuli oder auch mehrmalig als Tropfen verabreicht. In der Folgezeit ist es äußerst wichtig, dass man sich und alle seine Reaktionen ganz besonders gut beobachtet. Die Reaktionen des Patienten auf die Gabe geben Aufschluss über den Heilungsverlauf und bestimmen die Fortsetzung der Therapie. Folgetermine finden i.d.R. jeweils ca. 4 Wochen später statt. Hier wird gemeinsam erarbeitet und überprüft, ob und wie die Lebenskraft auf das homöopathische Mittel reagiert hat. Es wird beurteilt, ob das Mittel gewirkt hat und vielleicht wiederholt werden muss, ob es noch arbeitet oder ob ein Folgemittel nötig ist. Erstanamnesen dauern ca. zwei Stunden, Anamnesen im Akutfall oder Folgetermine etwa eine halbe Stunde. Gesundheit im homöopathischen Sinne bedeutet Freiheit im geistigen, seelischen und körperlichen Bereich. Dieses hohe Ziel ist nicht leicht zu erreichen und bedarf neben einem engagierten, fachkundigen Homöopathen auch ein gewisses Maß an Mitarbeit und Eigenverantwortlichkeit durch den Patienten, wird aber langfristig belohnt werden mit einer höheren Lebensqualität. Georgos Vithoulkas, der bekannte griechische Homöopath und Träger des Alternativen Nobelpreises 1996, schreibt hierzu: "So etwas wie eine lokale Krankheit gibt es nicht, man kann diesen Begriff allenfalls bemühen, um anzuzeigen, dass ein bestimmter Teil des Organismus besonders stark befallen ist. Falsch wäre es, wollte man behaupten, ein Organ leide unabhängig von den anderen. Auch in der orthodoxen Medizin setzt sich immer mehr die Erkenntnis durch, dass es keine isolierten Krankheiten gibt, sondern nur kranke Menschen; allerdings bleiben das meist Lippenbekenntnisse. So werden z.B. Patienten, die an Asthma, Verstopfung und rheumatischen Schmerzen leiden, von allopathischen Ärzten noch immer mindestens drei recht unterschiedliche Medikamente verschrieben ? je eins für jede ?Krankheit?, während der homöopathische Arzt nur ein Mittel verordnet, das den Menschen wieder grundsätzlich ins Gleichgewicht bringt und ihn damit von allen Beschwerden befreit."
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