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Dr. Friedrich Samuel Hahnemann wurde 1755 als Sohn eines Porzellanmalers im sächsischen Meißen geboren. Er war Apotheker, Chemiker und Arzt, aber sehr unzufrieden mit seinem Berufsstand der damaligen Zeit. Die therapeutischen Methoden erschöpften sich schon bei Aderlass, Klistieranwendungen und Bädern.
"Eine Menge Ursachen, ich mag sie nicht herzählen, haben seit einigen Jahrhunderten die Würde jener Gott nachahmenden Wissenschaft, der praktischen Heilkunde, zur elenden Brotklauberei, zur Symptomenübertünchung, zum erniedrigten Rezepthandel, Gott erbarms, heruntergetrieben, zum Handwerke, das die Hippokraten unentdeckbar unter den Troß befranzter Arzneibuben mischt..." "... Auf diese Art ein Mörder oder Verschlimmerer des Leidens meiner Mitmenschen zu werden, war mir der fürchterlichste Gedanke, so fürchterlich und ruhestörend für mich, dass ich in den ersten Jahren meines Ehelebens die Praxis ganz aufgab und fast keinen Menschen mehr ärztlich behandelte, um nicht noch mehr zu schaden..." So lebten er und seine Familie lange Zeit von seinen Übersetzungen von Werken aus der Medizin und der Chemie. Hahnemann beherrschte fünf Sprachen perfekt. In einem dieser Werke, die er übersetzte, stieß er auf den Hinweis, wonach Chinarinde, welches damals üblicherweise zur Behandlung von Wechselfieber (Malaria) eingesetzt wurde, dies seiner magenstärkenden Kraft zu verdanken hätte. Dies bezweifelte er und führte einen Selbstversuch durch: Er nahm das Präparat Chinarinde ein und entwickelte prompt die Symptome, die er von Malaria nur zu gut kannte. Zahlreiche weitere Versuche mit Familienmitgliedern und Freunden und auch viele Selbstversuche ließen ihn ein Naturgesetz finden, das bereits Paracelsus schon erwähnte: Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt Similia similibus curentur Die folgenden Jahrzehnte waren ausgefüllt mit der genauesten Erforschung der Wirkungsbereiche vieler weiterer Mittel. Die Ergebnisse bildeten die Grundlage für sein Werk: Organon der rationellen Heilkunde (1810), das bis heute ein Grundlagenwerk der homöopathischen Therapie ist. Er praktizierte nach langen Wanderjahren viele Jahre in Köthen, bis er 1835 die 45 Jahre jüngere französische Malerin Melanie de Hervilly-Gohier heiratete und mit ihr nach Paris übersiedelte, um dort eine gut gehende Praxis zu gründen, die vor allem auch von Patienten aus Adels- und Künstlerkreisen frequentiert wurde. Er hat sein Leben lang an der Vervollkommnung der homöopathischen Therapie gearbeitet und dem homöopathischen Praktiker einige bis heute wichtige und aktuelle Werke hinterlassen, so z.B. die Reine Arzneimittellehre und vor allem auch Die chronischen Krankheiten. 1843 starb Hahnemann in Paris, wo auch heute noch sein Grab steht. Hahnemanns Garten Hahnemann hatte es am Anfang schwer in Koethen. Die Verleumdungen und Intrigen der Ärzte und Apotheker brachten die Bürger so gegen ihn auf, dass er nicht in den Straßen erscheinen konnte, ohne beleidigt zu werden ? manchmal wurden sogar Steine auf ihn geworfen. Schließlich beschränkten sich seine Spaziergänge nur noch auf den Garten hinter dem Haus. Ein Verehrer Hahnemanns, der bei seinem Besuch in den Garten geführt wurde, sagte: "Herr Hofrath, das also ist der Garten, in dem Sie Ihren täglichen Spaziergang unternehmen ... er ist aber wirklich sehr klein." "Wahrlich", antwortete der alte Weise, "die Fläche ist klein, wie Sie sagen, aber Sie müssen gestehen, er ist nach oben hin grenzenlos!"
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